Basteln für Ostern

Basteln für Ostern

 

"Stefanie, wir können uns nicht entscheiden, welche Sache wir uns zum Basteln aussuchen sollen."

 

Fragenden Blickes stehen zwei Schülerinnen der blauen Gruppe bei mir am Einführungstisch und betrachten die Vorschläge, die ich mitgebracht habe. Da erhellt sich plötzlich der Blick eines Mädchens und sie ruft: "Weißt du was, wir basteln beide etwas unterschiedliches und dann schenken wir es uns gegenseitig, so können wir alles haben!" "Super Idee!" Beide schnappen sich zunächst eine Kerze, welche sie detailverliebt verzieren und fertigen schließlich einen kleinen Blumenstecker in Hasenform an.
An andere Stelle macht sich ein Schüler Gedanken, welchem seiner beiden Großelternpaare er seine sorgfältig geprickelte und anschließend gestickte Karte schenken soll. Das Angebot, zwei Karten zu gestalten nimmt er freudestrahlend an: "Ich hab nicht gedacht, dass ich das darf!"
Es herrscht ein geschäftiges Treiben im Gruppenraum und wir Lernbegleiterinnen können wieder einmal nur staunen, welche genauen Vorstellungen die Schülerinnen und Schüler von ihren Bastelwerken haben und wie großzügig sie diese zu verschenken planen.
Nachdem wir die Umgebung vorbereitet und einige kurze Erklärungen gegeben haben dürfen wir Beobachten: Die Kinder helfen sich gegenseitig bei kleineren Problemen, sie erklären sich die einzelnen Schritte gegenseitig, arbeiten konzentriert und fokussiert und wirken dabei ganz entspannt.
"Was, schon Pause? Ich hab gar nicht bemerkt, dass die Zeit vergangen ist!", haucht ein Junge als seine Klassenkameraden ihre Pausenbrot schnappen und fröhlich nach draußen wandern.
Nach der Pause lernen wir gemeinsam, wie man mit Zirkel und Geodreieck ein perfektes Osterei konstruiert, das wir sogleich als Schablone für weitere Basteleien und die Dekoration unserer Klassenzimmertür verwenden wollen.
Dass es dann schon wieder Zeit zum Eintragen und Aufräumen ist, können einige Schülerinnen und Schüler kaum fassen:
"Ich hab gar nichts gearbeitet heute!"
Das ist der generelle Tenor unter den Klassenkameradinnen und Klassenkameraden, das diese Annahme auf keinen Fall stimmt, könnt ihr hier auf den Beweisfotos betrachten:
Alle Bastelarbeiten sind ein Zeichen der positiven Wirkung der Freiheit der Wahl, denn jeder durfte entscheiden ob und was er/sie basteln möchte, der Polarisation der Aufmerksamkeit, der Wirkung einer vorbereiteten Umgebung und dafür, dass es sich lohnt, als Lernbegleiterin der Kreativität der Kinder freien Lauf zu lassen zu können!
Außerdem übten die Kinder sich abzuwechseln, zu teilen, Arbeitsschritte zu erklären und diesen Erklärungen zu folgen.
Sie übten nebenbei das genaue Ziehen von Linien und Kreisen mit Zirkel und Lineal, entwickelten Lösungsstrategien, wenn das passende Material nicht mehr zur Verfügung stand und trainierten ihre Feinmotorik.
Auch die Rechtschreibung trainierten die Schülerinnen und Schüler ohne dieses aktiv zu bemerken, denn sie wollten ihre gebastelten Karten natürlich fehlerfrei an ihre Freunde und Verwandten verschenken!

Wir sind schon gespannt, welche Ideen die Wechselgruppe in dieser Woche haben wird!

(Stefanie, Lernbegleiterin blaue Gruppe)