aus Muttersicht: Elternschulung Sprache

aus Muttersicht: Elternschulung Sprache

Wir trafen uns abends in der gelben Gruppe. Es waren ca. 20 Eltern anwesend. Wir waren alle sehr gespannt. Die Lernbegleiterin gab uns zuerst einen allgemeinen Einblick, wie die Kinder das Schreiben lernen. So beginnen die Kinder ab diesem Lernjahr mit der lateinischen Ausgangsschrift. Das bedeutet, dass sie mit der Schreibschrift und nicht mit der Druckschrift anfangen. Am Anfang stehen Schwungübungen. Danach werden die Buchstaben einzelnen erarbeitet. Zuerst werden die Sandpapierbuchstaben mit den Fingern nachgefahren, um die Schreibrichtung zu verinnerlichen. Anschließend werden die Sandpapierbuchstaben abgepaust. So erstellt sich jedes Kind sein eigenes Alphabet-Buch.

Zu Beginn eines jeden Tages haben die Kinder eine Pflichtaufgabe: Sie schreiben die Buchstaben in ihr rotes Heft und üben damit die einzelnen Buchstaben korrekt zu schreiben. Danach dürfen die Kinder in der Freiarbeit entscheiden, mit was sie sich weiter beschäftigen möchten. Hier werden sehr gerne verschiedene Dinge abgepaust und beschriftet. Manchmal werden von Karteikarten die Eigenschaften von z.B. Tieren vorgelesen und das Kind sucht sich dann den für sich wichtigsten Inhalt heraus. Dieser Satz wird dann zu dem abgepausten Tierbild dazu geschrieben. Die ganzen Sätze werden am Anfang vorgeschrieben, so dass das Kind diese korrekt nachschreiben kann. Einzelne Wörter schreiben die Kinder schon alleine. So entscheidet jedes Kind, mit was es sich beschäftigt und was es schreiben möchte. Die Kinder dürfen erstmal schreiben, wie sie es hören. Sie dürfen aber auch so schreiben „wie die Erwachsenen“. Es gibt ganz unterschiedliche Schreibanlässe: So wurde z.B. auf dem Schulhof ein Baum betrachtet, danach gemalt und dann wurden seine Bestandteile benannt und aufgeschrieben.

Später werden die Druckbuchstaben gelernt, da dies die „Leseschrift“ ist. Geschrieben wird weiterhin in Schreibschrift. Im weiteren Verlauf des Schuljahres werden die Wortarten benannt, z.B. Adjektiv, Artikel, Nomen oder auch Präposition. Die Sätze können dann mit den Wortartensymbolen analysiert werden. Die Kinder erhalten so einen sehr breiten Zugang zur Sprache und zur Schrift.