Kopflos(1) durch die Weinberge

Kopflos(1) durch die Weinberge

Wenn 24 Montessori-Schüler mit ihren Lernbegleitern zum Teambuilding sind, ist das immer etwas ganz Besonderes. Für den (oder die) eine(n) „wohm-dchaka-dschaka-yeah“ für andere „oh nee, schon wieder Hütten bauen..“(2).

Um das Hüttenbauen sind wir dieses Jahr herum gekommen, es gab viele andere neue und altbekannte(3) Gruppenspiele. Schon der Weg vom Bahnhof Zwingenberg (an der BERGstraße) erzeugte ein déjà vu an die letzte Klassenfahrt. 700m vom Bahnhof zur Jugendherberge klingen recht wenig, müssen dennoch bewältigt werden, zumal es –wie der Name schon sagt –am Berg liegt. Es ist immer wieder erstaunlich, was unbedingt mitgenommen werden muss. Mehrfachsteckdose, Drohnen, Tablet, Chips (mit Currywurst-Geschmack bähhh!!),… dafür verzichteten einige Schüler auf Handtücher, Duschgel oder Zahnpasta (aber das ist ja nicht lebensbedrohlich:-)). Noch bevor ich dazu kam, mein Bett zu beziehen, erfuhr ich „Das beste W-Lan ist in Zimmer 15 oder auf der Treppe“. Außerdem lernte ich ein neues Wort „Sambies“ = Smartphone-Zombies(4). Nach dem Mittagessen blieb noch etwas Zeit zum Umschauen und Erkunden. Während ich mich mit der Sorge herumtrug, wie ich (1,89m) in dieses Bett passen soll (ca.1,70m), trugen sich andere mit der Sorge um das passende Outfit.

Nach ein paar Kennenlern-Spielen, ging es abends auf eine Nachtexpedition(5). So ganz im Dunkeln und nur mit ein paar Leuchtbändern abgesteckten Wegen zu folgen, entpuppte sich als echte Herausforderung (nicht für jeden, aber für mich). Umso schöner, wieder in der Jugendherberge zu sein. Doch nur weil es nachts ist, heißt das nicht, dass man schlafen kann. Neben der Bettlänge-Problematik kam hinzu, dass unliebsame Mitbewohner ihr Reich verteidigten. Vier Spinnen webten fleißig an der Decke ihr Netz(6). Es war auf jeden Fall ratsam mit geschlossenem Mund zu schlafen(7).

Am Donnerstag erwartete uns eine GPS-Tour durch die Weinberge. Das Ziel war den Schülern vorerst unbekannt. So schlenderten wir mit GPS-Geräten durch den Wald, genossen die Natur, aßen Weintrauben (so lecker!!) und hielten nebenher Ausschau nach verschiedenen Wegpunkten, die uns dem Ziel näher brachten. Auch wenn uns das GPS oft in die Irre geleitet hat (oder die GPS-Träger) oder wir die bebilderten Wegpunkte(8) übersahen, entlohnte uns die Aussicht für alle Mühen. Fest stand aber auf jeden Fall „nee, wenn wir bis da oben auf das Schloss wandern, dann sterbe ich“. Mit einem Grinsen im Gesicht setzten wir unsere Wanderung fort und –siehe da- alle erreichten (lebendig) das Schloss Auerbach. Bastler und Geschichten-Erzähler kamen beim Eierfall-Experiment auf ihre Kosten. Auch wenn nur zwei Eier einen Sturz aus ca. 15m Tiefe überlebten, waren die Geschichten von depressiven, selbstmordgefärdeten oder lustigen Eiern hörenswert.

Von „naja, war ok“ bis „super Klassenfahrt“ war alles dabei. Ich hatte echt meinen Spaß mit den Schülern und ich freue mich sehr auf unsere bevorstehende, gemeinsame Zeit(9).

Und ich frage mich immer noch: Wo ist Martina?(10) :-)

Lernbegleiterin grün 1

 

(1) Der Schein trügt, verantwortlich waren umweltzerstörerische Plastik-Leuchtstäbe. Recht hast du, Alissa :-) !!

(2) An dieser Stelle fehlen noch der leidige Unterton und das griesgrämige Gesicht.

(3) "Bist du hier öfter?“

(4) Einige der zu uns gehörigen Exemplare fallen in die Kategorie und mussten mit Einschränkungen ihrer Aktivität im W-Lan leben.

(5) Eine Ins-Bett-geh-Zeit von 21:00 Uhr war also unrealistisch. :-)

(6) Ich will gar nicht wissen, wie viele es noch waren. Joschi zählte acht Spinnen in seinem Zimmer.

(7) Die Bilder entstehen nur in eurem Kopf.

(8) Luisas „Bienenapartment“ war mein Highlight :-)

(9) Manchmal muss man Wahrheiten einfach aussprechen, das hat nichts mit schleimen zu tun. :-)

(10) Insider :-)