Milenas Zeit in Paris

Milenas Zeit in Paris

 

Mittlerweile bin ich seit einigen Wochen hier in Paris und ich muss sagen: Es gefällt mir von Tag zu Tag besser. Ich fühle mich fast schon als ein Teil meiner Gastfamilie, spiele manchmal mit dem kleinen "Bruder" oder unterhalte mich mit der großen "Schwester". Auch mit meinen Gasteltern verstehe ich mich sehr gut. Oft lachen wir alle zusammen am Tisch oder während wir gemeinsam einen Film gucken. Dies sind nur kleine Details des Alltags, aber genau diese machen es aus, dass ich mich so wohlfühle.

In der Schule finde ich mich auch gut zurecht. Gemeinsam mit meiner Freundin, versuche ich alle Aufgaben so gut wie möglich zu lösen und wenn wir es Mal nicht schaffen, weil es zu schwer für uns ist, werden wir von keinem angemotzt oder beurteilt. Im Gegenteil: bei Klassenarbeiten fragen uns die Lehrer immer ganz freundlich, ob wir den Test Mal zur Probe mitschreiben wollen oder eben nicht. Wenn eine Aufgabe wirklich über unser Können hinaus geht, arbeiten wir stattdessen an unseren eigenen Aufgaben. Im Deutschunterricht helfen wir den anderen Schülern ihre Dialoge vorzubereiten und in Sport haben wir zusammen mit unseren Austauschparterinnen eine Aufführung zum Thema Akrobatik (Pyramiden) gemacht und eine sehr gute Note erhalten. In Technologie haben wir eine Klassenarbeit zum Programmieren von Robotern geschrieben - eine kleine Herausforderung und auf die Note müssen wir noch ein bisschen warten. In EMC (Enseignement moral et civique - moralische und staatsbürgerliche Bildung) haben wir schon mehrere Präsentationen gehalten.

So haben wir in jedem Fach Erfahrungen gesammelt, neue Dinge gelernt, uns Herausforderungen gestellt und Erinnerungen behalten.

Im Moment bin ich in den Herbstferien. Die ersten drei Tage der Ferien waren wir bei der super netten Patentante meiner Austauschpartnerin. Dort waren wir viel am Meer und haben eine kleine, hübsche Stadt besichtigt. Anschließend waren wir eine Nacht zu Hause, um am nächsten Tag zu den Großeltern aufzubrechen. Sie wohnen in einem großen Haus auf dem Land mit einem riesigen Garten. Dort habe ich sehr entspannte  eineinhalb Wochen verbracht. Wir konnten ausschlafen, haben köstliches Essen gegessen, einen Halloween-Film gedreht und an Halloween haben alle Kinder gemeinsam ein Halloween-Essen gekocht. Wir hatten zum Beispiel einen Salat, in dem sich Augen befanden. Alle unsere Gerichte waren dennoch sehr lecker. Einmal waren wir auch im dortigen See schwimmen - ein bisschen kalt (15°), aber es hat sehr viel Spaß gemacht. Danach stand die Heimreise an. In den verbleibenden Tagen der Ferien haben wir an unseren Hausaufgaben gearbeitet, weil das eben auch dazu gehört, waren im Kino und einfach zu Hause. Außerdem wurde mir eine riesige Überraschung gemacht:

Mir wurde erzählt, dass wir am nächsten Morgen um 8:30 Uhr das Haus verlassen, um ein Schloss zu besichtigen. Wir haben gefrühstückt und sind danach etwa eine Stunde Zug gefahren. Ich war natürlich etwas müde, deshalb auch nicht überglücklich, dass wir so früh aufgebrochen waren. Als wir dann ausstiegen, erzählte mir meine Gastmutter, dass es ein besonderes Schloss wäre und es dort einen Drachen gäbe. Als ich es immer noch nicht verstanden hatte, riefen plötzlich alle: "Wir gehen ins Disneyland!" Und so war ich extrem überrascht und sehr glücklich und habe einen wunderschönen Tag im Disneyland verbracht. Meine 5 verbleibenden Wochen werde ich definitiv genießen.

Ich bin beeindruckt, wie viel besser man eine Sprache lernen kann, wenn man für eine längere Zeit direkt im Alltag mit dabei ist.