10 Jahre Montessori-Schule

Schule selbst gemacht

Mühlheim am Main, 25.11.2016 –

Vor über 12 Jahren war sich ein Kreis von Eltern und Pädagogen aus Mühlheim einig: das Grundschul-Angebot genügte ihnen nicht. Doch statt sich zu beklagen, nahmen sie die Zukunft ihrer Kinder selbst in die Hand. Frei nach dem Motto von Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun“ begannen sie mit der Gründung ihrer Schule eine wahre Erfolgsgeschichte. Am vergangenen Samstag versammelten sich im Mühlheimer „Schanz“ Gratulanten aus Gesellschaft und Politik um gemeinsam mit Schülern, Pädagogen und Eltern das 10jährige Bestehen der Montessori Schule Mühlheim zu feiern. Natürlich war auch das tolle Programm selbstgemacht.

 

Der feierliche Vormittag begann mit einem Trommelwirbel – Schüler einer vom Schulvater Ralf Sommer geleiteten Projektgruppe spielten mit großem Elan auf – ehe Boris Brosche, stellvertretend für den derzeitigen Vorstand, die Gäste willkommen hieß.  Er begrüßte die über 300 Gäste, darunter den Bürgermeister von Mühlheim, Daniel Tybussek,  den Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter, den Kreisbeigeordneten des Kreises Offenbach Dr. Carsten Müller, den Vorstand des Montessori Dachverbandes Deutschland e.V. Dr. Jörg Boysen sowie das Ehepaar Erika und Hans-Günter Zach.

Seine gelungene Moderation der Veranstaltung wurde unterstützt von Luca Jaskulla und Moritz Rabsahl, beide Montessori-Schüler in der ältesten Gruppe. Boris Brosche bedankte sich in seinen einleitenden Worten bei Eltern und Kindern für die Organisation der Feier und stellte den Wunsch nach Vielfalt heraus, der der Schule zum Erfolg verhalf.

Erster Gratulant auf der Bühne war Dr. Jörg Boysen, der die Schule von Beginn an begleitet und als ehemaliger Vorstandsvorsitzender  der Montessori-Schule Hofheim, schon immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Boysen hob hervor, dass die Montessori Pädagogik angekommen sei in der Gesellschaft. Ihre Werte, wie das Ausschöpfen der Potenziale und die Anerkennung des Individuums, erhielten eine breite Zustimmung bei den Eltern von heute.

In die Augen stolzer Eltern von heute konnte man schauen als im Anschluss der Chor der Jüngsten auf musikalische Reise durch das Jahr der Obst- und Gemüseernte ging. Nachdem sich das fröhliche Gewusel auf der Bühne wieder gelegt hatte, ergriff Carsten Müller das Wort. Auch er sprach in seinem Gruß des Kreises das Thema Vielfalt an und dankte den Initiatoren für die Bereicherung des Angebots. Auch der Kreis habe das Ziel einer vielfältigen Schullandschaft und darum die Schule seit jeher gefördert, erklärte Müller und überreichte zum Abschluss einen Scheck als Jubiläumsgeschenk.

Nach zwei schönen Videos, die von den beiden Gruppen der 9 bis 12jährigen Schülern erdacht und produziert worden waren, gratulierte Harald Winter, Vorsteher der Mühlheimer Stadtverordneten, zum Jubiläum. Er erinnerte daran, dass vor 10 Jahren kaum einer der Schule ihre Erfolgsgeschichte zugetraut hätte und bezeichnete die freie Schulwahl in Mühlheim als Faustpfand. Eine kurze Gesangseinlage von Schülern in Französisch –   der Austausch mit französischen Schülern gehört zur guten Tradition an der MSM – leitete über zum nächsten Redner.

Bürgermeister Daniel Tybussek zitierte Maria Montessoris berühmte Sätze „Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.“ Er zog damit eine Parallele zu dem Engagement der Schulgründer. Es seien Eltern, die von einer Vision begeistert waren und deren Mut und Verantwortung eine „Bereicherung für die Stadt“ darstelle. Mit einem Darlehen der Stadt hätte man Ziele selbständig erreicht, sagte Tybussek und wünschte für den aktuell geplanten Erweiterungsbau gutes Gelingen.

Einen bemerkenswerten Auftritt lieferte daraufhin eine weitere Gruppe von Montessori-Schülern ab. Mit ihrem akrobatischen Streetdance  lösten sie nicht nur bei ihren Mitschülern Begeisterung aus.  

Dann blickte ein Schulvater der ersten Stunde auf die vergangenen 10 Jahre zurück. Arne Schellhoss dachte an die Zeit zurück, als die Montessori Schule noch als Grundschule geplant war, als sie immer größer wurde, neue Ziele hinzukamen. Und als, wie ein Zauberer in einem Märchen, Hans Günter Zach auftrat und der Schule den Raum gab zu wachsen. Für die langjährige Förderung sprach er dem Ehepaar Zach großen Dank aus. Sowie für die Planung des Anbaus, der ab 2017 helfen soll die Unterrichtsqualität für die 138 Schüler weiter zu steigern. Er vergaß auch nicht das große Engagement der Lernbegleiter und der Eltern hervorzuheben, das einen wichtigen Teil der Erfolgsgeschichte darstellt.

Ein Erfolg war übrigens auch die Vorführung eines englischen Theaterstücks am Nachmittag in der nur einen Steinwurf entfernten Schule. Bei der Feier im Schanz wurde das Stück mit einem nicht minder beeindruckenden Videotrailer angekündigt.

Doch die Feier sollte sich nicht nur dem stolzen Blick zurück widmen. Am Ende wagte Gründerin und Schulleiterin Brigitte Johannsen einen Ausblick auf die Zukunft. Es sei nicht das Ziel immer größer zu werden, sondern noch besser. Man wolle dafür vieles bewahren, was gut sei. Und man wolle in den Bereichen besser werden, wo es möglich ist. Auf diese Aufgabe freue sie sich. Und auch ihr Dank ging an das Ehepaar Zach, für die langjährige Unterstützung und die Arbeit am Neubau, für dessen Einrichtung die Möglichkeit besteht, zu spenden. Das durfte nicht vergessen werden,   denn auch wenn man an der Montessori Schule Mühlheim alles selbst tut, Hilfe kann man immer gut gebrauchen.