Familienfreizeit 2015 in der Burg Altleiningen

Familienfreizeit 2015 in der Burg Altleiningen

 

„Ihr fahrt gemeinsam mit der GANZEN Schule auf eine Freizeit? “, fragte man uns erstaunt, als wir über unsere Pläne fürs letzte Wochenende im September sprachen. Nun ja, die Montessori Schule ist nicht so groß. Da reicht eine Burg zur Unterbringung von Kindern und Eltern locker. Zumal in den höheren Schuljahrgängen die Bereitschaft zur Landpartie zunehmend abhanden geht.

Am Freitag machten wir uns direkt nach der Schule auf den Weg. Früher als die meisten Anderen. Das hatte zum einen zur Folge, dass wir Darmstadt noch vor einem Auffahrunfall und dem dazugehörigen stattlichen Stau passierten. Zum anderen verschafften wir uns so Zeit für einen kleinen Umweg, bei dem eine Kiste Pfälzer Wein im Kofferraum landete. Denn Altleiningen liegt unmittelbar an der Pfälzer Weinstraße, möglicherweise auch an der deutschen Burgenstraße, Fachwerkstraße oder Kartoffelstraße – durchrecherchiert habe ich dies allerdings nicht. Wir erreichten also überpünktlich das Tor und nahmen die Burg, obwohl unser Trupp aus nur 2 Erwachsenen und zwei Minderjährigen bestand, ohne große Gegenwehr ein. Im Gegenteil: Die Burgherren der DJH überließen uns freundlichst eines der schönsten Zimmer, und zwar nicht nur nach mittelalterlichen Maßstäben. Dann warteten wir im Burghof auf das Eintreffen staugebeutelter Kutschen unter Montessori-Flagge.

 

So eine Familienfreizeit ist ganz besonders für Neuschüler und deren elterliche Entourage interessant. Man lernt sich gegenseitig kennen, lässt sich von Erfahrenen und Gründungsmitgliedern in die Geschichte und so manche Komplexität unserer Mühlheimer Schule einführen und lernt die Eltern neuer Schulfreunde kennen. Sei es bei einem großen Glas Wein, einer kleinen Wanderung oder im Flackern des alljährlichen Lagerfeuers.

Am Samstag ging es dann auf umwaldete Wanderwege. Nachdem man sich am Frühstücksbüffet gestärkt und anschließend die auf Erkundungstour verstreute Kinderschar eingesammelt hatte. Die Montessori Pädagogik ist ja bekannt dafür, verschiedene Lerntempi zuzulassen. Aber auch die Wandergeschwindigkeit an unserer Schule differenziert recht stark. Ich weiß nicht, ob das immer so ist, auf jeden Fall zog sich die Truppe schon nach kurzer Zeit in die Länge wie ein Lindwurm. Ganz vorne die Rennpferde (vermutlich, denn ich hab sie nicht mehr gesehen), in der Mitte die Traber und am Ende diejenigen, die an allen Blumen riechen sowie einige Jungtiere, die sich mehr fürs Unterholz interessieren als für den Weg.

 

An einigen Kreuzungen waren die Abstände zu den Vorderleuten dann so groß, dass manch Gefährte zum Handy griff, weil niemand wusste, wohin die School wollte. Weil wir aber nicht auf dem Pfälzer Wanderweg der Netzabdeckung unterwegs waren, musste die Nachhut auf hilfsbereite Umkehrer warten. Dank dieser erreichte dann auch der letzte Geh-plagte den Zielort „Naturfreundehaus“. Hier wurden die Verpflegungstüten gewissenhaft entleert, das Zwei-Schlangensystem des Wirtshauses erkundet und schließlich der Rückweg eingeschlagen. Der gute Vorsatz, die Vorderleute diesmal im Blick zu behalten, blieb für so manchen Teilnehmer wieder nur Vorsatz. Dass schon geduschte und geföhnte Erstankömmlinge ausschwärmen mussten, um verstreute Nachzügler einzusammeln, ist nicht wahr.

In der Burg stand der Rest des Tages ganz im Zeichen des Stockkampfes. Nicht am Buffet, aber auf den Mauern, vor dem Tor und – mit Brotteig umwickelt – an den Lagerfeuern.

 

Am tiefenentspannten Sonntag ließ man sich die wunderbare Herbstsonne auf den Pelz scheinen.

 

Mit geschlossenen Augen. Weshalb ich auch vor unserer Abfahrt nicht mehr viel gesehen habe, wovon ich berichten könnte.

Viele Grüße, Jörg